Umweltministerin Scharf zeichnet gleich vier Wendelsteiner Schulen aus

Ende November durften erstmals gleich vier Wendelsteiner Schulen gleichzeitig die Auszeichnung „Umweltschule in Europa/Internationale Agenda 21-Schule“ für das Schuljahr 2015/16 entgegen nehmen.

Anlässlich der Auszeichnungsveranstaltung betonte die bayerische Umweltministerin den hohen Stellenwert der durchgeführten Projekte, da sie das persönliche Engagement und die Eigeninitiative junger Menschen fördern sowie einen Beitrag zu mehr Umweltschutz im Schulalltag leisten. Zudem tragen Umweltschulen dazu bei, einen nachhaltigen, generationengerechten Lebensstil zu entwickeln.

Die vier ausgezeichneten Wendelsteiner Schulen hatten im Verlauf eines Schuljahres je zwei Projekte zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit durchgeführt, dokumentiert und einer Jury aus Mitgliedern des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen sowie des LBV präsentiert.

Die Bandbreite der vor Ort gewählten Themen stellte auch in dieser Runde wieder unter Beweis, mit welch großer Kreativität, Einsatzfreude und Nachhaltigkeit sich die Wendelsteiner Schulen den Herausforderungen in diesem Bereich zu widmen bereit sind:

Die Grundschule führte in Zusammenarbeit mit Herrn Schwarz vom Kinder- und Jugendbüro ein Selbstbehauptungstraining für die ganze Schule durch, das von intensiver Elternbeiratsarbeit, einem Infoabend und zahlreichen weiteren Aktionen flankiert wurde. Im Rahmen eines zweiten Projekts unter dem Titel „Plastikmüll vermeiden“ wurden die Grundschulkinder aller Klassen in  Schülervorträgen für das Thema Plastikmüll sensibilisiert. Im Gespräch mit dem Bürgermeister wurden Ideen für die Gemeinde erörtert und Schüler verfassten Briefe an die regionalen Einkaufsmärkte, mit dem Anliegen auf die Ausgabe von Plastiktüten zu verzichten. Diese Petitionen wurden vom Bürgermeister unterschrieben und unterstützt. Zudem wurden von den Schülern zur Plastiktüte alternative Tragetaschen gestaltet.

An der Mittelschule Wendelstein befasste sich die Klasse 5g unter dem Arbeitstitel „Plastik im(mer) Mee(h)r“ mit einem inhaltlich verwandten Großthema des Umweltschutzes. Die Mittelschüler/innen widmeten sich dem Ressourcen schonenden Umgang mit der Flut des Plastikmülls, der unsere Weltmeere und letztlich auch Tier und Mensch bedroht. Eine eigene praktische Umsetzung erfolgte durch Upcycling von Tetrapak-Abfall zu hübschen Geldbörsen. Die Klasse 5a beleuchtete das Thema Abfall unter einem anderem Blickwinkel und führte das schuleigene Papierrecyclingprojekt mit Pausenverkauf fort. „Mitverantwortung in der Einen Welt“ haben die Schüler aus zwei Ethikgruppen übernommen. Die Fünft- bis Achtklässler untersuchten, welche Bildungs- und Freizeiteinrichtungen die Gemeinde Wendelstein aktuell bietet, besonders auch solche, die das Miteinander von Alt und Jung fördern, wie z.B. der Mehrgenerationenpark. Natürlich wurden in diesem Zusammenhang auch Pläne für die Zukunft geschmiedet.

Die Schüler der Waldorfschule initiierten eine Sammlung von leeren Tinten- und Tonerkassetten für ein gezieltes Recycling und damit als Präventionsmaßnahme zur Vermeidung der unsachgemäßen Entsorgung über den Hausmüll. Ziel dieses Projektes war es, den Schülern den schonenden Umgang mit begrenzten Ressourcen bewusst zu machen. Die Sammlung von Kräutern in freier Natur sowie die gemeinsame Zubereitung von Speisen aus denselben und die Erstellung eines Herbariums und eines Rezeptbüchleins durch die Schüler stand im Zentrum eines weiteren Projekts. Dieses zielte darauf ab, Schüler wertschätzend die natürliche Umwelt erleben zu lassen und diese als schützenswerten Lebensraum besonderer Pflanzen erfahrbar zu machen. Der Zugang zu den Kräutern und der Erde wurde durch altersgerechte Geschichten und Wissenswertes über die Kräuter unterstützt. 

Das Gymnasium Wendelstein führte seine umfangreichen Tätigkeiten im Bereich der schuleigenen Imkerei erfolgreich fort, die einen wichtigen Beitrag zum Umweltbewusstsein der gesamten Schulfamilie leistet. Durch ihre Biologielehrer und Prof. Dr. Jürgen Tautz, einen Würzburger Bienenforscher, wurden die Jungimker theoretisch in die Biologie der Honigbiene eingewiesen und bereits im November 2015 begannen die Vorbereitungen zur Herstellung eigener Kerzen und Christbaumschmuckanhänger aus Bienenwachs. Ab dem Frühjahr inspizierten und pflegten die Schüler jede Woche ihre Bienen und entwickelten so viel Faszination und Begeisterung für diese nützlichen Tiere. Ende Mai wurde dann die Arbeit eines ganzen Jahres belohnt – die Schulimkerei schleuderte und verkaufte ihren eigenen Honig. Ein weiteres Projekt war einem neu begründeten Umwelt-Briefaustausch mit einem französischen Gymnasium gewidmet, das sich aktuell selbst im Zertifizierungsprozess zur Umweltschule befindet. Durch den gegenseitigen – und gleichzeitig dem Fremdsprachenerwerb förderlichen ? Austausch konnte jede Schule von den Umweltschutzideen der jeweils anderen profitieren. Geplant ist, an beiden Schulen langfristig Bausteine für einen nachhaltigen Umweltschutz zu etablieren und diese schul- und länderübergreifend zu multiplizieren.

Einig war und ist man sich sowohl im Kreise aller beteiligten Wendelsteiner Schulen als auch über Ländergrenzen hinweg, dass sich durch die gemeinsame Umwelt-Projektarbeit viele Kompetenzen und Werthaltungen fördern lassen, die auch über den Schulalltag hinaus von großer Bedeutung sind.

Die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ wird jeweils für ein Schuljahr vergeben, so dass man wohl auch künftig wieder interessanten und kreativen Umweltschutzprojekten aus den Reihen der Wendelsteiner Schullandschaft entgegenblicken darf.

Mirjam Müller

00222 visits00222 visits00222 visits00222 visits00222 visits