Aufstieg und Fall der internationalen Staatengemeinschaft

Simulation der Weltpolitik im Planspiel POL&IS


Wasserknappheit als zu bewältigendes Problem internationaler Konzerne statt des Nationalstaats? Flüchtlingsstopp durch Marineeinheiten im Mittelmeer? Ende der Arbeitsplatznot durch zwischenstaatliche Abkommen mit ähnlich strukturschwachen Staaten? Europäische Umweltpolitik gemäß eigenem Nutzen? Solche Fragen und Lösungsansätze können das Produkt der politischen Programme und Entscheidungen sein, die der Regierungschef, Staats-, Umwelt- und Wirtschaftsminister eines Landes treffen und zu verantworten haben.

Mittwoch, 24.07.2019
Politik & internationale Sicherheit (kurz: POL&IS) ist ein komplexes Arbeitsseminar, das Jugendoffiziere (Referenten für Sicherheitspolitik) für Schulklassen ab der 10. Jahrgangsstufe, Studierende und interessierte Gruppen anbieten. Hinter POL&IS steht ein Modell, das die Vereinten Nationen und Internationale Beziehungen abbildet. Die Teilnehmer treffen bei der Simulation im Rahmen eines (beinah realen) Konflikts Entscheidungen, die den Verlauf der Weltpolitik sowie die Politik ihres eigenen Landes bestimmen. Dafür schlüpfen sie in die Rolle von Regierungschefs, Staats-, Umwelt- und Wirtschaftsministern mehrerer Nationen, Vertretern sogenannter Non-governmental Organizations (NGOs) wie Amnesty International und Greenpeace, UN-Generalsekretär und Stellvertreter sowie der Weltpresse. Doch wer leere, mündliche Versprechungen macht, ohne schriftlich fixierte und damit bindende Programme vorweisen zu können, kann sich dem Spott und Protesten interessierter Bürger, internationaler Vereinigungen, anderer Staaten und der Presse gewiss sein.

Das Seminar zielt darauf ab, dass die Teilnehmer nachempfinden und verstehen, unter welchen Bedingungen politische Entscheidungen getroffen werden und wie komplex das Geflecht daraus resultierender Folgen ist. Nicht zuletzt soll den jungen Erwachsenen auch die Wichtigkeit des Weltgeschehens und dessen Verfolgen vor Augen geführt werden, denn nur so können entstehende Konflikte frühzeitig erkannt und gelöst werden.

In diesem Schuljahr bestand erstmals die Möglichkeit für einige Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Wendelstein, an diesem dreitägigen Planspiel teilzunehmen. Gemeinsam mit dem Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen und dem Emil-von-Behring Gymnasium Spardorf stellten sich die jungen Politiker Hungersnöten, Umweltkatastrophen, Terrorismus, Strukturschwierigkeiten u.v.m. „Es war faszinierend und schockierend zugleich zu sehen, wie Europa unter unterschiedlichen politischen Führungen und deren Entscheidungen zu einer guten oder rein egoistischen Region wird und welche fatalen Folgen das für die Weltgemeinschaft hat“, so Matteo (10d). „Vor allem Mut zum Ausprobieren, Spaß an Politik und Akzeptanz gegenüber anderen (strukturschwachen) Regionen benötigt man“, erklärt Hannah (10a). Beide können den zukünftigen Zehntklässlern das Planspiel nur empfehlen.

Marietta Hofmann

 

 

 

© Zusammenkunft der Staatsminister, Aufnahme von Christian Rohr
© Redaktionsarbeit der Weltpresse, Aufnahme von Christian Rohr
© Börsengänge unter Anwesenheit der Weltbank, Aufnahme von Christian Rohr