P-Seminar livres°libri°livros°books°bücher. Kunstbuch&Buchkunst

I Die Buchhandlung – Die außerschulische Partnerin

Mit Karl Kuhn, Buchhandlung Kuhn Feucht, hat sich über die Jahre eine angenehme und bereichernde Zusammenarbeit entwickelt; gemeinsam „erfanden“ wir die Sonntags-Fahrt zur Buchmesse nach Leipzig. Schulfamilienmitglieder, Literaturinteressierte, Kund*innen der Buchhandlung gründeten wohl eine Tradition, fuhren trotz oft widriger Umstände (Zeitumstellung. Ferienbeginn. Schnee-Inferno.) nach Leipzig in die Messehallen. Nun also ein Ausstellungsprojekt im P-Seminar.

   Bücher sind Bienen, die lebenzeugenden Blütenstaub von einem Geist zum andern tragen. James Russell Lowell

II Das Ausstellungsprojekt – Die Exkursion – Das Wendelsteiner Forum

„Buch“ und „Lesen“ im Fokus der künstlerischen Auseinandersetzung, eine Exkursion zur Messe inklusive. Und dann noch auf Einladung des Seminars ein Wendelsteiner Forum mit Nora Gomringer und Reimar Limmer, ein Werkstattbericht der Autorin und des Illustrators mit anschließender Darbietung der Lyrikerin! Eine volle Aula, Augen- und Ohrenöffner, ein Fest der Literatur!

III Die Pandemie

So wundervoll wäre es gewesen, hätte die Pandemie nicht unsere Pläne und Vorhaben, unser Leben durcheinandergewirbelt. März 2019: die Leipziger Buchmesse wurde abgesagt, zum damaligen Zeitpunkt unglaublich, folglich keine Exkursion dorthin. Schülerinnen und Schüler zuhause. Lehrkräfte auch. Kommunikation und Lernen ausschließlich digital. Was wird nun mit unserem Ausstellungsprojekt? Was mit künstlerischem Tun? Wie wird aus einer Schüler*innengruppe ein Team, das gemeinsam wahrnimmt, reflektiert, über Kunst spricht, entscheidet, sich im Projekt findet?

   Lesen ohne Denken ist dasselbe wie Bausteine anhäufen, ohne etwas damit zu tun. Rabindranath Tagore

IV Das Seminar

Die Organisation und Durchführung einer Kunstpräsentation stellt an die Seminar-Teilnehmer*innen durchaus hohe Anforderungen. Kreativität ist gefordert, Selbstorganisation und Disziplin auch. Unter dem Rahmenthema livres°libri°livros.Kunstbuch&Buchkunst wurden vielfältige Tätigkeitsfelder ausgewählt, unterschiedliche Werktechniken entwickelt. Von Fotoinszenierungen zu den Themen „Buch“ und „Lesen“, einer Textillustration in Form eines Linoldrucks im größeren A3-Format, der Plakatgestaltung „Zitate, Aphorismen, Redensarten zu Lesen & Buch“ bis zum Logo, wahlweise einem Plakat für die, nun notgedrungen, digitale Ausstellung, letztlich der freien Abschlussarbeit – viel zu tun.

   Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt. o.A.


V Was war

Eigenwillige, kreative und individuelle Lösungen liegen vor. Rückblickend ist meinen Schülerinnen und Schülern vieles sehr gut gelungen, mit der Ausführung der freien Abschlussarbeit übertrafen sie sich selbst. Hier konnte jede/r Thema und Technik wählen. Idee und Planung, Erarbeitung und Anfertigung wurden selbststätig entwickelt, fanden zuhause statt. Am Ende der Sommerferien durfte Foto-, Buch-, Plakat- und Objektkunst bestaunt werden. Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie, Papierkunst – die gemeinsame Besprechung und Würdigung der einzelnen Arbeiten, die Darstellung des jeweiligen Werkprozesses und deren Reflexion bildeten einen vorläufigen Abschluss eines denkwürdigen Jahres mit Hindernissen und Ängsten, Erschwernissen und Sorgen, aber auch mit Freiraum für künstlerische Vertiefung und Entfaltung.

   Ich lese gern schwarz auf weiß. Auch das Dazwischen.
Philipp Zvetanov

VI Was war und was nicht war – was bleibt

Schön war der Besuch des Buchhändlers bei uns an der Schule gleich zu Beginn des Seminars, noch im Oktober. Schön und außergewöhnlich waren die Bücher, die mitgebracht wurden. Spannend das Cover-Design, spannend der Buchinhalt. Aufschlussreich die Antworten auf interessierte Fragen. Rückblickend: sehr gut war der sofortige Einstieg in die künstlerische Praxis, stets begleitet mit Reflexion und Diskussion. Lockdown. Präsenzunterricht: Kunst unter Hygienemaßnahmen, sehr diszipliniert, irgendwie praktikabel, mehr als erstaunlich. Bemerkenswert die Kontaktaufnahme und der Mail-Austausch mit der Lyrikerin, über Länder, Grenzen, Kontinente hinweg – Peru, USA, Bamberg. Der Versuch, festzuhalten, was doch nicht sein kann. Absagen-Müssen. Präsenzunterricht. Quarantäne. „Elektro-Schooling“. Das Ausstellungsprojekt. Eine kleine Ausstellung vor dem Kunstsaal und in der Vitrine, sicher kein Ersatz. Lockdown. Vielleicht doch noch eine schmale Präsentation in den Räumlichkeiten der Buchhandlung? Eine Auswahl digital auf der Homepage der Schule?

VII Augen auf. Sehen Sie selbst –

livres°libri°livros°books°bücher. Kunstbuch&Buchkunst.
eine Ausstellung des P-Seminars 2019/2021.


Claudia Leder

dankt dem P-Seminar Kunst – Karl Kuhn und Nora Gomringer.

Fotos:
FAA = freie abschluss arbeit von C. Leder,
die letzteren von den künstler*innen

Hier geht es zum Ausstellungskatalog (zwei Teile) ...

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