Von den Etruskern zur Bäderkultur der Römer –

Exkursion der Lateinschüler der 7. Klassen nach München

Als Vertiefung zu den Inhalten des Lateinunterrichts im ersten Schulhalbjahr fuhren die Lateinschüler der 7. Klassen am 21. Januar 2016 nach München. Die aktuelle Sonderausstellung „Die Etrusker – Von Villanova bis Rom“ bot hierfür einen geeigneten Anlass, denn dem rätselhaften Volk der Etrusker, von deren Kultur auch die Römer profitierten, ist im Lateinbuch ein ganzes Kapitel gewidmet. Bei der Lektüre der entsprechenden Kapitel erfahren die Schüler einiges über den religiösen Kult bei den Etruskern, der später auch in Rom gepflegt wurde. Auch die Tatsache, dass die Etrusker ihre Toten in ähnlich prächtigen Gräbern bestatteten wie die Ägypter, ist den Schülern nicht fremd. Die Nachgestaltung einer Grabkammer mit den lebendigen Szenen eines Gastmahls  in der Antikensammlung führte den Schülern das theoretische Wissen aber auch praktisch vor Augen. Die allmähliche Entwicklung des Handwerks zur Blüte und die Einflüsse anderer Hochkulturen, wie der griechischen, auf die künstlerische Produktion erschlossen den Schülern neue Aspekte zu einem umfassenderen Wissen um das Volk, das letztlich nie ganz unterging, sondern in seinen von den Römern übernommenen Errungenschaften weiterlebte.

Da im Lateinunterricht auch das vielseitige Alltagsleben der Römer thematisiert worden war, sollten die Schüler über den Besuch des Münchner Volksbades einen Eindruck von den prächtigen Hallen der großen römischen Thermen bekommen. Zahlreiche Parallelen zur Bäderkultur der Römer lassen sich auch am Konzept des Müllerschen Volksbades nachvollziehen, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Sicherstellung der Hygiene in der Großstadt erbaut worden war. Das damals europaweit größte Hallenbad lehnte sich bewusst an die römische Tradition an und umfasste neben zwei Badehallen, damals als Frauen- und Männerbad eingerichtet, auch ein römisch-irisches Dampfbad. Da der Aufbau des Hallenbades sich nicht mehr mit modernen Maßstäben vergleichen lässt, tauchen Besucher schnell in eine „andere Welt“ ein, wozu auch die reiche Jugendstilausstattung beiträgt. So sprudelt das Wasser aus einem Löwenkopf in das Becken und das Licht strömt aus metallverzierten Fenstern in die hohen Räume. Die Akustik auf der Galerie ist Meeresrauschen vergleichbar. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die weiten Wege mit Badeschuhen zurückzulegen, ähnlich wie die Römer, die Badeschuhe trugen, um sich auf den schwer temperierbaren beheizten Böden nicht die Fußsohlen zu verbrennen.

Mit neuen Eindrücken zu einem fernen Stoff kehrten die Schüler und Schülerinnen am Abend nach Wendelstein zurück.  

 

Elke Lenner

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