Bücherfrühling auf der Leipziger Buchmesse

Vom 23. bis 26. März 2017 fand in Leipzig Deutschlands zweitgrößte Buchmesse statt. Rund 285000 Besucher und Besucherinnen tauchten ein in diese einzigartige Welt – nicht nur – der Bücher. Auch unsere Gruppe aus Wendelstein war mit dabei.

In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Kuhn, Feucht, konnte zum zweiten Mal eine Exkursion zur Leipziger-Buchmesse am letzten Messe-(Sonn)tag, realisiert werden. Eingeladen war die gesamte Schulfamilie: Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Jahrgangsstufe – das Kollegium, Eltern und Freunde waren herzlich willkommen. Die Fahrt fand auf eigene Verantwortung statt, alle TeilnehmerInnen getalteten sich den Messetag nach Interesse und Vorlieben. Der Sonntag wurde gewählt, weil erfahrungsgemäß weniger BesucherInnen erwartet werden, zudem verkauft werden darf. Hier Impressionen vom erlebnisreichen, eindrucksvollen, durchaus anstrengenden Tag einer mitfahrenden Mutter.

Claudia Leder

 

 

Die Fahrt zur Leipziger Buchmesse – subjektiver Bericht einer mitfahrenden Mutter

„Wir müssen an die Zeitumstellung denken, wenn wir am Sonntag zur Leipziger Buchmesse fahren!“, erinnerte mich meine Tochter vor dem Wochenende.

Oh je, stimmt, auch das noch!, dachte ich, und bereute es schon fast, mich so spontan zu der Fahrt angemeldet zu haben. Sonntags in aller Herrgottsfrüh aufstehen müssen, sechs Stunden Hin-und Rückfahrt bei sonnigstem Frühlingswetter im Bus verbringen und den Rest des Tages Bücher von außen an endlosen Ständen in menschengefüllten Hallen anschauen – was tue ich mir da bloß an? Mit unserer Buchhandlung hier in Schwanstetten war ich doch eigentlich rund um`s Thema Bücher und Lesen gut bedient und beraten. Gerade erst hatte ich mir dort einen neuen Roman gekauft – Maja Lunde: „Die Geschichte der Bienen“ – und hätte diesen Sonntag nichts lieber getan, als diesen wunderbaren Roman weiterzulesen, dessen Erzählstränge durch das Thema der Bienen miteinander verknüpft sind.

So ähnlich dachte ich, als ich mich mit meiner Tochter früh vor acht am Wendelsteiner Gymnasium einfand und herzlich von Frau Leder begrüßt wurde. Da kam auch schon der Bus und ich zuckte, als dieser zur Haltestelle einbog, denn eine große honiggelbe Biene zierte die Seitenfront des Busunternehmens. Wenn das kein Zeichen war! Scheinbar war ich hier doch gold(gelb)richtig!

Spätestens, als ich meinen Messekatalog in den Händen hielt, war jeder Zweifel verflogen. Ja, hier war ich goldrichtig! Mit Marker und Post Its bewaffnet  verschaffte ich mir einen Überblick über die große Zahl der angebotenen Lesungen, Präsentationen, Vorträge und Workshops und kennzeichnete all die Veranstaltungen, die mich vom Thema her ansprachen. Zum Schluss klebten nahezu 20 Klebezettel an meinem Katalog.

Von 11.30 Uhr bis 16.30 Uhr hatte ich nun volles Programm. Zum Glück war der Hallenplan sehr übersichtlich, sodass ich mich schnell in der Anlage zurechtfand. Ich genoss es, mir allein und völlig ungebunden meinen Weg durch die Hallen und das Programm zu bahnen. So ließ ich mich von der Autobiografie eines prototypischen Westdeutschen und dem schwarzen Humor eines Romans unterhalten und informierte mich über den Begrüßungseinstieg in der Psychotherapie, die Philosophie der Lehren des Islam, Inhalt und Form mittelalterlicher Urkunden  und die Einheit von Geist und Materie in der Quantenphysik. Letzteres war ein Gespräch mit dem Psychologen-Ehepaar Christine und Frido Mann, sie Tochter von Werner Heisenberg, er Enkel von Thomas Mann. Das war schon beeindruckend, so ein Gespräch live mitzuerleben und auf ihr Buch „Es werde Licht“ bin ich sehr gespannt. Ich werde es mir kaufen, wenn ich es nicht in unserer Bücherei finde.

Nach solcherart Dauerinput ging ich es in der verbleibenden Zeit gemütlicher an und schlenderte weniger zielstrebig durch die Hallen, schaute beim Drucken zu, blieb bei einem Interview des ARD-Forums stehen, hörte einige Minuten in eine spannende Romanlesung hinein und landete schließlich bei einem sehr jungen Poetry-Slammer, der mit seinem stimmgewaltigen Vortrag ein bunt gemischtes Publikum unterhielt.  Anschließend bestaunte ich im  Außenbereich und der Glashalle des Messegeländes das bunte Treiben der Cosplayer mit ihren aufwendig gestalteten Kostümen. Den Begriff „Cosplayer“ ließ ich mir im Nachhinein von meiner Tochter erklären. Die verkleideten fröhlichen jungen Leute trafen sich hier anlässlich der Leipziger Manga-Comic-Convention, welche mit der Buchmesse eng verbunden ist. So bunt und vielfältig wie die Bücher auf dieser Messe waren all diese comicbunten Fantasy-Gestalten. Es hörte sich in dem grandiosen Glasbau fast ein wenig an wie in einem großen Bienenstock – schmunzelnd verließ ich die Messehalle und stieg wieder in unseren schwarz-gelben Bienenbus ein.

Vielen Dank an Frau Leder und die Buchhandlung Kuhn für diesen erlebnisreichen Tag!

Wilma Bärnreuther

 

Foto: Simon Schmidt 8a
Foto: Joey Pinl 9e
Foto: Joey Pinl 9e
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Foto: Simon Schmidt 8a
Foto: Simon Schmidt 8a
Foto: Lisa-Marie Linkohr 9e
Foto: Lisa-Marie Linkohr 9e
Foto: Joey Pinl 9e