Keiner kennt sich (aus)

Zwei fünfte Klassen in Ingolstadt

„Bist du der Jonas?“ – „Nein, der Jonas ist dort drüber auf der Schaukel!“ – „Oh, dann geh‘ ich mal da hin.“ 

In Ingolstadt trafen am Freitag, den 22.7.2016, zwei fünfte Klassen aufeinander: die 5b unseres Gymnasiums Wendelstein und eine andere fünfte Klasse aus Vaterstetten. Ein bisschen hatte man das Gefühl, das auch zwei Welten aufeinander trafen. Obwohl alle Schüler über das vergangene Schuljahr eine Brieffreundschaft aufgebaut hatten, mussten sie sich bei ihrer ersten richtigen Begegnung auf einem Spielplatz erstmal beschnuppern.

Zögerlich wurden der Brieffreund oder die Brieffreundin gesucht und die mitgebrachten Briefe übergeben. Hier und da entstand ein Gespräch oder man turnte zusammen auf den Spielgeräten herum. So ganz geheuer schien die Situation allen nicht zu sein, denn nur am Ende fand man ein kleines Grüppchen aus gemischten Fünftklässlern auf einer Decke auf der Wiese sitzend. Diese schienen aber schweigend ins Gespräch vertieft.

Anschließend gab‘s noch ein Eis – nachdem die Eisdiele auf zwei verschiedenen (Um)Wegen und mit unterschiedlichen Apps erstmal gefunden werden musste. Mit vollen Mägen schien dann die Annäherung nicht mehr ganz so schwierig zu sein und die SchülerInnen tauschten sich eifrig über ihre Lieblingssorten aus (Oreo, Kinder Pingui oder doch Erdbeer?).

Schlussendlich zeigt das fröhliche Gruppenphoto beider Klassen kurz vor der Heimfahrt aber dann doch, dass es sich um einen gelungen Ausflug und Austausch gehandelt haben muss. Lachend und grinsend rissen alle bei einigen Aufnahmen die Arme hoch – diese Photos konnten wir aber nicht nehmen, da man sonst nur die erste Reihe erkannt hätte.

Die Klasse 5b hat über das Schuljahr verteilt eine eifrige Brieffreundschaft mit einer fünften Klasse aus Vaterstetten aufrechterhalten. Zuerst fing alles im Fach Deutsch an. Beide Klassen kamen neu ans Gymnasium. Keiner wusste, wo was ist oder wie die neue Schule so funktioniert. Zum Glück konnte man sich dann über diese Erfahrungen mit seinem Brieffreund austauschen. Geteiltes Leid ist halbes Leid – aber geteilte Freude ist doppelte Freude. Denn natürlich wurde dann im weiteren Verlauf auch über Wandertage, Exkursionen oder spaßige Unterrichtsstunde geschrieben. Gleichzeitig konnten die Fünftklässler die Briefform und die Erlebniserzählung einüben.

Als dann die Betreuungslehrerin in der Partnerschule wechselte – von Deutsch zu Englisch – wurden auch die Briefe mehr und mehr in der Fremdsprache geschrieben.

Im nächsten Schuljahr müssen sich die SchülerInnen dann selbstständig um ihren Briefwechsel kümmern, da die Klasse aus Vaterstetten leider geteilt wird. Vielleicht findet sich aber eine andere sechste Klasse, mit der sich dann wieder ein neuer spannender Austausch ergeben kann.

Jennifer Kiaubs

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