Wendelsteiner Gymnasiasten treffen im polnischen Zukowo auf austauschwillige Partner, europäische Nachbarn und vielfach echte Freunde

Die zweite Austauschgeneration des Gymnasiums Wendelstein und des Publiczne Gimnazjum nr 2 im. Jana Heweliusza im polnischen Zukowo zieht nach zweijähriger Zusammenarbeit eine rundum positive Bilanz.

Das 15 Kilometer südwestlich von Danzig gelegene Zukowo präsentierte sich seinen deutschen Besuchern im Mai 2017 diesmal noch außergewöhnlich winterlich, jedoch wurden die frostigen Außentemperaturen durch einen besonders warmen Empfang seitens der polnischen Partner umgehend wieder wettgemacht. Die meisten Schülertandems hatten sich beim Besuch der Polen in Wendelstein im Mai 2016 bereits so gut kennengelernt und in den Folgemonaten Kontakt miteinander gehalten, dass ein nahtloses Anknüpfen an diese positiven Vorerfahrungen gleich bei Ankunft möglich war.

Die polnischen Organisatorinnen hatten auch diesmal wieder ein Programm auf die Beine gestellt, das Minusgrade und wildes Schneetreiben ganz schnell in Vergessenheit geraten ließ. Ein Empfang beim Bürgermeister der Wendelsteiner Partnergemeinde, der Besuch der dort neu eingeweihten Feuerwache sowie ein Ausflug in die Kaschubische Schweiz brachte den Wendelsteinern zunächst einmal die unmittelbarere Umgebung von Zukowo näher. Ergänzend dazu bestand in den Folgetagen die Gelegenheit zur Erkundung des von der Ostsee geprägten Kulturraums der sogenannten „Dreistadt“ rund um Danzig, Gdynia und Sopot, und zwar zu Lande, zu Wasser und durch das Erklimmen eines Aussichtsturmes auf Pommerns höchster Erhebung auch aus der Luft. Neben dem abwechslungsreichen Ausflugsprogramm und gemeinsamen Schulbesuchen stand den Austauschpartnern diesmal auf ausdrücklichen Wunsch auch mehr gemeinsam in den Familien verbrachte Zeit zur Verfügung, die die Jugendlichen zu Gruppenunternehmungen ganz eigenen Zuschnitts zu nutzen wussten.

Vertiefte Einblicke in das miteinander Erlebte gewährten sie sich gegenseitig an einem von deutsch-polnischen Schüler-Teams gestalteten und moderierten Abschlussabend inklusive kaschubischer Folkloreband, polnischem Spezialitätenbüfett und einer polnisch-deutschen Disco in der Aula des Gymnasiums. Die beiden deutschen Lehrkräfte überreichten der polnischen Schulfamilie einen Baumsprössling als Zeichen einer schon jetzt sehr fest verankerten Partnerschaft, auf dass diese dann in Zukunft noch tiefere Wurzeln schlagen kann.

Wie sehr sich die Kontakte zwischen den Austauschpartnern in der relativ kurzen Zeit  des Wiedersehens noch weiter intensiviert hatten, zeigte sich allerspätestens bei den vielfach ergreifenden Szenen beim Abschied. So organisierten die Polen noch in den letzten Minuten des Austauschs ganz kurzentschlossen eine Schüler-Blockade vor ihren eigenen Schultoren, um die Abfahrt des deutschen Busses zumindest noch um einige Minuten zu verzögern und zu demonstrieren, wie ungern sie sich von ihren Gästen trennten.

Auch in der zweiten Runde des Wendelsteiner Polenaustauschs waren es vor allem die verbindenden Elemente einer Art grenzübergreifender Jugendkultur, die allen Beteiligten sofort positiv ins Auge fielen. Und auch wenn freilich nicht davon ausgegangen werden kann, dass aus den Austauschbanden in allen Fällen lebenslange Freundschaften entstehen, so lassen die allermeisten der geknüpften Kontakte dahingehend doch erstaunlich viel an gegenseitigem Interesse und echter Austauschbereitschaft erkennen.

Den Besuch der nächsten kulturaustauschwilligen Generation von Schüler(inne)n aus Zukowo erwartet das Gymnasium Wendelstein dann im Frühjahr 2018. 

Der herzliche Dank der beiden betreuenden Englischlehrkräfte, Mirjam Müller und Doris Westley, gilt neben den polnischen Gastfamilien im Namen aller deutschen Teilnehmer/innen auf jeden Fall auch dem Organisationstalent, der Unkompliziertheit und Gastfreundschaft der polnischen Kolleginnen vor Ort, allen voran Justyna Nacel und Violetta Piatkowski. Bedanken möchten sich alle Polenfahrer zudem für die Zuschuss-Förderung durch den Bezirk Mittelfranken und die Gemeinde Wendelstein, ohne die wir den Austausch nicht in der inzwischen bewährten Form hätten durchführen können. 

Mirjam Müller

Fotos: Doris Westley

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