Soziales Engagement in Tansania

Die Wendelsteiner Studentin Olivia Ermel berichtet von ihrer Zeit im Jipe-Moyo-Center.

„Meine Schwester hat es vor mir gemerkt“, sagte eines der Mädchen aus dem Jipe - Moyo - Center. Sie erzählt von dem Fest, das stattfinden sollte, um sie und ihre Schwester zu Frauen zu machen. Es sollte ein großes Fest werden, mit vielen Gästen und am Ende die Zeremonie. Diese Zeremonie ist bei uns wohl besser unter „Beschneidung“ bekannt, kein Wunder also, dass die Kleine von Zuhause floh und lieber in Armut auf der Straße lebte. Solche und andere Geschichten spielen sich in Tansania leider viel zu oft ab und auch Olivia Ermel erzählte uns von den Problemen:

Genitalverstümmelung, oft anschließend Kindesheirat, aber auch Dinge wie (sexueller) Missbrauch, Armut und vieles mehr. Vor diesen Dingen müssen die Kinder geschützt und die Gesellschaft darüber aufgeklärt werden.?Die Kinder und Jugendlichen brauchen Geborgenheit, Sicherheit, Bildung, einen Platz zum Schlafen, Leben und Lachen.

Vier Monate lang war Olivia aus Wendelstein in einem der Heime, die versuchen, ihnen genau das zu ermöglichen, das Jipe - Moyo - Center in Musoma, einem Teil Tansanias. Dort kümmern sich die „Sisters“(Leiterinnen, Betreuerinnen), die „Mammas“ (Köche, Betreuer, Erzieher) und die „Teachers“(Lehrer, Betreuer, Pfleger) seit 2001 rund um die Uhr, so gut sie können, um die oft jung geflohenen und traumatisierten Kinder.

In dem Center haben Jungen und Mädchen je in einem Haus ihre Gemeinschaft-Schlafzimmer, es wird gemeinsam gegessen, gespielt und Wäsche gewaschen. Neben dem Wäschewaschen lernen die Kinder hier auch kochen und bauen gemeinsam mit den Angestellten Essen an. Auch Hühner, Fische und eine Kuh besitzt das Heim.

Damit die Kinder nicht von der Außenwelt abgeschottet sind, besuchen sie alle eine Schule und die Mädchen werden im Nähen ausgebildet, um später selbstständig arbeiten und Geld verdienen zu können.

Neben all diesen Sachen wird auch versucht, den Kindern durch Gespräche über ihre Traumata hinwegzuhelfen und, falls möglich, Familienmitglieder zu finden, bei denen sie ein gutes Leben führen können, das Ziel ist schließlich immer Reintegration, nicht Isolation.

Auch unabhängig von der Arbeit im Center selbst wird von den Sisters viel Gutes getan. Sie gehen in die Stadt und klären Kinder über ihre Rechte auf, welche diese Informationen auch voller Stolz weiter geben und noch dazu gibt es im Center auch eine Aids-Selbsthilfegruppe.

Durch den vielen Kontakt werden auch andere Missbrauchsfälle und Probleme offengelegt und es kann noch mehr Menschen geholfen werden, dabei wird das Center nicht von der Regierung unterstütz, jedoch steht die örtliche Polizei voll hinter ihnen.

Familien, bei denen Probleme auftreten, werden sowohl mit Gesprächen, als auch mit finanziellen Hilfen unterstützt, sofern die Kinder dort bleiben können.?Damit auch weiterhin so wundervolle Arbeit geleistet werden kann, braucht das Jipe Moyo allerdings viele Spenden,  am besten in Form von Geld oder direkter Hilfe durch Leute wie Olivia.

Unterstützen kann man das Projekt über Missio. Wenn die Finanzen gut genug sind, kann das Jungen-Wohnhaus renoviert, das Mädchen-Wohnhaus ausgebaut, die Kinder mit etwas Geld hinaus in die Welt geschickt und vieles mehr getan werden.

Mirjam Vogt (P-Seminar „Schreiben!“, Q11)

 

 

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