Platz zum Leben

Zwar heißt der Straßenabschnitt vor unserer Schule offiziell „Verkehrsberuhigter Bereich“, doch suggerieren sowohl das Verkehrsschild als auch die Umgangssprache mehr: dass nämlich die „Spielstraße“ ein Bereich ist, in dem die Straßenverkehrsordnung Platz lässt, zu leben und sich dabei nicht dem motorisierten Verkehr unterordnen zu müssen.

Die allmorgendliche und allabendliche Realität an Schultagen sieht jedoch erfahrungsgemäß anders aus. Zahlreiche Eltern sowohl unserer Schule als auch der benachbarten Waldorfschule bringen Ihre Kinder mit dem privaten Pkw und sorgen so für ein riesiges Verkehrsaufkommen in der sonst doch eher beschaulichen Straße.

Durch die Fridays for Future für Umweltthemen sensibilisiert griff deshalb die SMV eine schon im vergangenen Schuljahr von Maximilian Hanstein, Q12, entwickelte Idee auf: Durch die wörtliche Interpretation des Begriffs „Spielstraße“ sollte auf die Problematik, die durch zahllose Elterntaxis entsteht, hingewiesen und Alternativen für Eltern und Schüler aufgezeigt werden.

So entwickelte die SMV des Gymnasiums Wendelstein gemeinsam mit der SMV der Waldorfschule, dem Ordnungsamt und dem Bauhof der Gemeinde ein Konzept, mit dem am Mittwoch, 20. März, während des mittäglichen Stoßverkehrs die „Spielstraße“ zum „Spielplatz mit Autoslalom“ umgewandelt wurde: auf drei Spielfeldern nahmen dabei zwischen 12.45h und 13.30h zahlreiche SchülerInnen ein von der SMV organisiertes buntes Angebot an Spielen wie Stelzenlauf, Wikingerschach, Sackhüpfen und dergleichen in Anspruch, sodass im verengten Straßenbereich die Aufmerksamkeit der Autofahrer gesichert war. Hier galt also nun wirklich: Vorrang fürs Spielen.

Jedoch stand nicht nur der Spaß im Zentrum der Aktivität. Mit Transparenten sowie durch das Verteilen von Auszügen der Busverbindungen, die zu unserer Schule führen, wiesen SchülerInnen die Eltern auf das durchaus gute, bestehende Angebot an öffentlichen Verbindungen, die zu unserer Schule führen, hin.

Dass einige der angesprochenen Eltern tatsächlich zum Nachdenken gebracht wurden, zeigten positive Rückmeldungen, die in den Folgetagen per mail eingingen. So bleibt zu hoffen, dass durch diese erste Aktion der SMV zumindest bei einigen ein Umdenken begonnen hat. Ähnliche Aktionen sind bereits in der Vorplanung.

 

Christoph Heinlein

 

Bilder von Benjamin Traut

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