Totale Mondfinsternis teils in Wolken

Als krönender Abschluss des Schuljahres 2017/18 stand für den Abend des letzten Schultages eine totale Mondfinsternis bevor. Die Wetteraussichten waren gut und gleichzeitig zeigten sich mit Venus, Jupiter und Saturn und später am Abend auch noch Mars eine Reihe von Planeten am Abend- und Nachthimmel, so dass in jedem Fall auf spannende Beobachtungen zu hoffen war. Entsprechend erwartungsvoll kamen im Laufe des Abends etwa 30 Schülerinnen und Schüler aus der 10. und 12. Jahrgangsstufe, Eltern und Lehrkräfte im Pausenhof des Gymnasiums zusammen. Besonderer Dank gilt dabei der Firma Sill Optics als Spender eines 11-Zoll-Teleskops, das beeindruckende Ansichten von Planeten, Sternen und Sternkonstellationen ermöglicht und mit seiner automatischen Nachführung die Beobachtung erheblich erleichtert. 

Um die Venus als Abendstern in jedem Fall noch vor ihrem Untergang zu erkunden, begannen die Beobachtungen schon in der Dämmerung. Mit dem Teleskop konnte dabei auch die Phase der Venus gut erkannt werden. Denn die Venus zeigt sich wie der Mond abhängig von der aktuellen Stellung zur Erde jeweils unterschiedlich beleuchtet – die sogenannten Phasen der Venus.

Da der Mond erst gegen 21 Uhr im Osten aufgehen sollte, stand fest, dass die Mondfinsternis nicht schon mit dem Eintritt in den Halbschatten oder in den Kernschatten zu beobachten sein sollte. Bei klarer Sicht sollte jedoch gegen 21.30 Uhr der Eintritt in die totale Verdunkelung des Mondes zu sehen sein, die dann bis etwa 23.15 Uhr andauern sollte. Leider waren uns die Wolken nicht gewogen, die sich an diesem Abend vor allem im Osten über den Bäumen hartnäckig hielten. Immerhin ließ sich die Zeit kurzweilig mit der Beobachtung des Jupiters mit seinen Monden, des Saturns mit seinen Ringen und von verschiedenen Sternen und Sternkonstellationen überbrücken, so dass alle Besucher durch die beeindruckenden Blicke durch das Teleskop auf ihre Kosten kamen. Der Überflug der ISS ließ sich dagegen auch mit bloßem Auge verfolgen.

Schließlich lockerten die Wolken auch im Osten soweit auf, dass der rötliche schimmernde Mond zwischen Wolkenschleiern immer wieder gut zu sehen war und Herr Heim auch seine Kamera einsetzen konnte. Erst nach Ende der totalen Mondbedeckung verzogen sich die Wolken endgültig und die Wanderung der Schattengrenze über den Mond ließ sich ungehindert verfolgen. Zugleich war damit auch der Blick auf den Mars frei, der ein wenig unterhalb des Mondes stand. Sein rötliches Scheibchen im Teleskop rundete den trotz allem spannenden Abend ab. Mit dem eindrücklichen Erlebnis unterschiedlicher Himmelsbeobachtungen ging es auf den Heimweg.

Wolfgang Kellner

 

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Totale Mondfinsternis am 27.07.2018 mit leichten Wolkenschleiern fotografiert von Stephan Heim
Fotomontage zur Wanderung des Erdschattens über die Mondoberfläche gegen Ende der totalen Mondfinsternis am 27.07.2018 – fotografiert wie alle weiteren Aufnahmen von Stephan Heim