Detox - Wenn du alles verloren hast

Eindrücke zum Vortrag von Christina Honig, Studentin an der Filmhochschule Ludwigsburg, über ihr multimediales Filmprojekt

Sehr beeindruckt hat mich der Vortrag von Christina Honig, die uns von der Entwicklung ihres multimedialen Endzeitdramas Detox erzählte und damit faszinierende Einblicke in die fünfjährige Projektarbeit gab. 

Zuerst verschaffte sie uns einen groben Überblick über sich und ihr Studium, nach dem Abitur das Medienmanagement und im Moment Filmproduktion.

Dann begann sie chronologisch mit der Idee. Die Plotvorschläge waren auf die Fragen ausgerichtet worden, wie viel Leid ein einzelner Mensch ertragen kann, wie weit ein Vater für seine Tochter gehen würde und ob es überhaupt eine Heilung für eine vergiftete Welt geben kann. So kam sie damals auf den groben Inhalt, dass ein Familienvater alles verlieren sollte und mit dem Waisenmädchen Mara für sich selbst und seine zerstörte Welt versucht einen Weg zur Entgiftung (engl. Detox) zu finden. 

Nachdem das Projekt, das zu Anfang noch ein Film sein sollte, so grob definiert war, schufen sie eine rechtliche Grundlage, indem sie und ihr Freund und Projektmitbegründer die Schwarzfuchs Filmproduktion GbR gründeten. Damit war sichergestellt, dass im Zweifelsfall niemand den anderen einfach mit dem Projekt zurücklassen konnte. Es wurden zudem ein Drehzeitraum (In den Semesterferien Sommer 2014), eine Drehbuchidee, ein Soundtrack und erste Teammitglieder gefunden.

Das Projekt begann dann tatsächlich mit der Organisation eines ersten Infoabends, der Gewinnung von Teammitgliedern, der Erstellung eines Internetauftritts in Form von einer Website und einer Facebook-Seite und zuletzt mit dem Anfertigen einer Projektmappe. Damit konnte das Team Anfragen an potenzielle Unterstützer stellen. Was nun noch benötigt wurde, so zum Beispiel Geld für die Finanzierung und ein vollständiges Team mit Schauspielern, Tontechnikern usw. ließen sich auftreiben. Auch Beistellungen konnten gemanaged werden; entsprechende Infrastruktur zum Arbeiten und Lagern fand sich. 

Dennoch gab es im Mai erste Probleme, denn das Drehbuch hatte Überlänge und konnte nicht in den geplanten 18 Drehtagen abgedreht werden. Trotzdem konnte der Teaser gedreht und veröffentlicht werden.

Das Problem der Überlänge löste man schließlich, indem man nur Schlüsselszenen verfilmte und das Projekt multimedial gestalten wollte. Nach dem Dreh arbeitete die Crew an der Postproduktion mit Schnitt, UFX, Sounddesign und weiteren Feinheiten.

Erst dann wurde das Transmedia-Konzept umgesetzt. Dies geschah zunächst in Form einer Media-Analyse, bei der die Zielgruppe und deren Vorlieben identifiziert wurden. Danach folgte die Konzeption, die das Projekt als nonkommerzielles multimediales Endzeitdrama im Stil eines erweiterten E-Books definierte. Das E-Book sollte offline abrufbar sein. Für die Konzeption gewann das Team den Ilmenauer Medienpreis.

Anschließend erfolgte die Produktion der Inhalte, das User-Interface-Design und abschließend die Programmierung, die das Projekt etwa ein Jahr kostete. 

Schließlich konnte das Projekt mit einer Kampagne auf Facebook, einem Stand auf der Frankfurter Buchmesse und viel Pressearbeit veröffentlicht werden. 

Parallel zu den letzten Vorbereitungen wurde für die fiebernden Fans ein Merchandise-Shop eröffnet, eine Rundum-Website-Aktualisierung vorgenommen, eine Crowd-Funding-Kampagne gestartet, der offizielle Trailer veröffentlicht und ein neues Corporate-Design angelegt.

Heute kann das Projekt stolz über mehr als 3000 Downloads sein. Vorstellungen gab es bei der ComicCon und bei DragonDays. Da das Projekt bisher nur für PCs mit Windows oder IOS verfügbar ist, arbeitet das Team aktuell an der Programmierung einer passenden App.

Mich haben der Vortrag und das Projekt dahinter sehr beeindruckt. Immerhin handelt es sich um ein gewaltiges Projekt, hinter dem neben Studium und Arbeit fünf Jahre freiwilligen Engagements stecken! Insbesondere hat mich beeindruckt, dass das alles aus einer spontanen Idee von zwei Studierenden entstanden ist und jetzt zu einem Team mit allerlei professionellen Menschen, mit echten Schauspielern und Technikern und Informatikern herangewachsen ist und sich auch tatsächlich wie erwünscht umsetzen lassen hat.

Meinen Respekt dafür!

 

Valentina Goretzki, Q12

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