Der „Pionierjahrgang“ des Gymnasiums Wendelstein erreicht den „Zielbahnhof Abitur“

„Die beste Bildung findet man“ laut J. W. Goethe „auf Reisen“. Und auch anlässlich der ersten Abiturfeier des Gymnasiums Wendelstein waren sich alle Beteiligten erkenn- und spürbar einig darüber, dass der „Pionierjahrgang“ der Schule in seinen sechs Wendelsteiner Jahren das weithin optimale Rüstzeug erhalten hat, um sich künftig selbständig auf die weitere Reise zu begeben und eigene überlegte Wegentscheidungen zu treffen.

Landrat Herbert Eckstein freute sich im Rahmen seiner Eröffnungsrede sichtlich über das erfolgreiche Abschneiden der Abiturientinnen und Abiturienten am neuen Gymnasialstandort Wendelstein, für den er mit zahlreichen politischen Mitstreitern so viele Jahre gekämpft hatte. Bürgermeister Langhans überreichte allen Abiturient(inn)en echte Wendelsteiner Rosen, um den Absolventen etwas von ihrem Heimat(schul)ort mit auf den weiteren Weg zu geben und auch die in der Gemeindehalle Schwanstetten von den Abiturienten aufgetragene rot-weiße Feierkulisse war dazu angetan, dem Gymnasium Wendelstein einen festen Platz auf der Karte der mittelfränkischen Gymnasiallandschaft zu sichern.

Michael Angermeier und Amelie Schüssel führten als gewandtes und sympathisches Schülermoderatorenteam durch ein stimmungsvoll gestaltetes Programm und eröffneten ihre Begrüßung mit den wohl allen im Saal Anwesenden aus der Seele sprechenden Worten: „Wir haben es geschafft!“ Sie markierten damit den Startpunkt eines kurzweiligen und abwechslungsreichen Abends, der sich durch viel Kreativität und Liebe zum planerischen Detail auszeichnete.

Im Namen aller Absolvent(inn)en zollten die beiden Redner zunächst Schulleiter Dr. Johannes Novotný Dank für seine stets offenen Türen und Ohren sowie die Eröffnung zahlreicher Möglichkeiten und Mitgestaltungsspielräume für Schüler/innen. 

Aus der Perspektive des Direktors und auch des Mathematiklehrers blickte Novotný im Anschluss auf den Werdegang der „Pioniere“ zurück, die am 12.9.2012 erstmals „ihr“ völlig neues Schulgebäude betreten hatten. Er ließ dabei einen sehr realistischen Blick auf potentielle Schülerbehaltens- und Vergessensleistungen erkennen, was beispielsweise Differentialgleichungen oder Lateinvokabeln angeht, und rückte stattdessen wahre Bildungswerte wie (Selbst-)Organisationstalent, Verantwortungsbewusstsein, Toleranz etc. in den Mittelpunkt des tatsächlich zu Erreichenden und auch vielfach Erreichten. Er wünschte den ersten 63 Wendelsteiner Abiturient(inn)en ganz im Humboldtschen Verständnis auf ihrer weiteren Reise die fortgesetzte Gelegenheit, ihre eigenen Stärken und Schwächen kennenzulernen und ganz viel Neugier bei der Entdeckung der kleinen und großen Dinge außerhalb der Schule.

Ganz großer Dank wurde an diesem Abend von Seiten aller Rederinnen und Redner den Eltern für die langjährige Unterstützung ihrer Kinder, den beiden Oberstufenkoordinatoren, die tatkräftig von Frau Landgraf unterstützt wurden, den Lehrkräften und der Kommissärsschule in Roth zuteil, die den zweijährigen Prozesse des ersten Wendelsteiner Abiturs beratend begleitet hatte. Lobend erwähnt wurden zudem auch die vielen im Stillen agierenden Mithelfer am ersten Abitur wie die Schulsekretärinnen, die beiden Hausmeister und die Reinigungskräfte am Gymnasium Wendelstein.

Der für den Jahrgang 2016-18 hauptverantwortliche Oberstufenkoordinator, Kurt Preinl, knüpfte in seiner Rede ebenfalls an die Reisemetapher an und verkündete nach einem kurzen Rückblick auf zentrale Etappenziele und Stationen mit erkennbarer Erleichterung und Freude die Zieleinfahrt des ersten Wendelsteiner Oberstufenexpresses. Preinl gab seinem Jahrgang Wünsche für ganz viel Mut und Beherztheit mit auf den Weg sowie das Bestreben, „sich so viel Welt als möglich anzueignen“ (W.v. Humboldt), Neues zu erforschen und auch einmal weniger ausgetretene Wege zu beschreiten als dies der gymnasiale Bildungsweg vielleicht manchmal zulässt.

Der Elternbeirat erfreute sich im Gegenüber mit dem „Meilenstein“ des ersten erfolgreich absolvierten Abiturs des fortgesetzten Wachstums und der ungeminderten Anziehungskraft des Gymnasiums Wendelstein und dankte allen dafür verantwortlichen Akteuren. Der Förderverein der Schule schloss sich diesem Dank an und rief die erst jüngst reifegeprüften Absolvent(inn)en gleich dazu auf, gewinnbringendes Networking zu betreiben und den Kontakt zu ihrer Schule aufrechtzuerhalten, um vielleicht etwas von ihrem Weltwissen an nachfolgende Schülergenerationen weitergeben zu können.

Die 63 „Pioniere“ nahmen ihre Reifezeugnisse in Gruppen von 1-4 Personen im Rahmen eines feierlichen Bühnenakts entgegen, zu selbstgewählten Musikeinspielungen, die von „Don`t stop believing“ über „Daddy Cool“ bis hin zu “Young and wild and free” reichten.

Im Rahmen zahlreicher Ehrungen besonderer Schülerleistungen gab es nicht nur das beste Abitur von Samira Hoh mit einem Schnitt von 1,1 zu belobigen sondern auch noch eine ganze Reihe weiterer Gesamtnoten im sehr guten Bereich bis 1,5. Über ein solches Ergebnis konnten sich freuen: David Ank, Benedikt Griesbeck, Christoph Hölck, Lara Kirschner und Laura Klebl. Geehrt wurden zudem herausragende Leistungen in den Bereichen Biologie (David Ank, Andrea Gocke), Latein bzw. Altphilologie (Samira Hoh), Physik (Christoph Hölck) und zwei hervorragende Englischseminararbeiten (Sebastian Feltl, Lara Kirschner). Benedikt Griesbeck durfte zudem den Förderpreis der Sparkasse für besonderes Engagement entgegennehmen. Für ihr innerschulisches Engagement bedankte sich die Schulfamilie bei Kim-Lara Bies als langjähriger Schülersprecherin, bei Annika Schwarz für ihre rundum erfolgreichen Bemühungen um das Gelingen der Abiturfeier sowie bei Marina Müller und Nils Neubauer für ihren Einsatz und ihre Leistungen als Oberstufensprecher. 

Die Abiturrede der Schüler enthielt viel Lob und den großen Dank des gesamten Jahrgangs an ihre Mitschüler, Eltern, Lehrer, ihren Oberstufenkoordinator und die Mitglieder der Schulleitung. Wohldosiert kritische Anmerkungen, die man sich von „Pionieren“ qua ihrer Rolle ja quasi erwartet, blieben die Wendelsteiner „Vorreiter“ dem Publikum ebenfalls nicht völlig schuldig, verloren dabei jedoch nie den gebotenen Rahmen aus den Augen.

Mit einem in einhundertprozentiger Eigenregie durchchoreograophierten Programm aus Reden, Videoclips, Chor- und Tanzeinlagen setzte sich der erste Wendelsteiner Abiturjahrgang ein in jedem Falle würdiges Denkmal in den Köpfen aller Anwesenden und kann sich nun bestens gerüstet, mutig und guten Gewissens auf die weitere Reise begeben.

Mirjam Müller

 

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