Lift up your spirit - Gedanken zum Auftanken der Fachschaft Religion

Corona und Abitur?

Was Schüler*nnen unserer Schule dazu meinen, könnt ihr in dem Interview von

Radio Charivari nachhören: Externer Link

 

Ein paar Gedanken zum Osterfest 2020

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

(1. Kor 13,13)


Dieses Bekenntnis des Apostels Paulus ist auch ein gutes Motto für das Osterfest, gerade auch in diesen Zeiten: Die Liebe hält Glaube und Hoffnung zusammen: In vertrauender Liebe kann ich mein Leben aus Gottes Hand nehmen und deshalb in liebender Hoffnung darauf, dass Gott mir zur Seite steht, diese Welt gestalten. So bin ich durch die Liebe befähigt, mich meinen Nächsten zuzuwenden und ihnen beizustehen. Das ist angesichts der Corona-Pandemie von essentieller Bedeutung.

Drum:
Wollen wir uns nicht entmutigen lassen! Wir feiern Ostern und die Auferstehung Jesu!
Christus, der weiß, was Zweifel, Leid, Trauer und auch Tod bedeuten, weil er das alles am eigenen Leib erfahren hat, ist auferstanden, er lebt! Damit sind die Weichen gestellt, - ein- für allemal: Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort! Wir sind nicht allein und wir können nie tiefer fallen als in Gottes Hand.

Glaube, Hoffnung, Liebe, - drei Symbole, setzen ins Bild, was diese drei Begriffe bedeuten:
Das Kreuz steht für den Glauben: Ich darf darauf vertrauen, dass bei Gott ist kein Ding unmöglich ist!

Der Anker steht für die Hoffnung: Auch in ihm finden wir die Form des Kreuzes wieder. Der Anker gibt festen Halt in stürmischen Zeiten.

Das Herz steht natürlich für die Liebe. Nur wenn wir auf die Stimme unseres Herzens hören, können wir uns unseren Mitmenschen und der ganzen Schöpfung in liebender Wahrhaftigkeit zuwenden. Katharina Beck aus der Q11 hat diese drei Symbole in ihrer Grafik veranschaulicht.

Und so:
Uns allen eine gesegnete Osterzeit!
Doris Honig

 


Kindergottesdienst

"lift up your spirit" - Wer von euch kreativ und aktiv dabei sein will, kann seiner Langeweile ade sagen und sich über den folgenden Link viele tolle Ideen suchen. Das Beste: Es gibt Preise zu gewinnen, und ihr tut auch nebenbei etwas Gutes, weil der Gesamtverband für Kindergottesdienst für jede Einsendung 1€ für die Unterstützung von Kindern in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln spendet:

 

kindergottesdienst-ekd.de (externen Link)

 

Das Angebot gilt v.a. für die Unterstufe und NATÜRLICH für alle interessierten

Schüler*innen, nicht nur für die evangelischen ;-)

 

Vielleicht erfreut es ja auch das kindliche Gemüt von Älteren ;-)

 


Mascha Kaléko

Die deutschsprachige Lyrikerin Mascha Kaléko (1907-1975) wurde in Chrzanów, einer Stadt im heutigen Polen geboren. Bereits während des 1. Weltkrieges floh das jüdische Mädchen mit ihrer Familie nach Deutschland, wo sie studierte, schrieb und selbst eine Familie gründete. Von den Nazis wegen ihrer Literatur und ihrer Herkunft verfolgt, zog Mascha 1938 mit ihrem Mann und ihren Kindern ins Exil in die USA. Nach dem 2. Weltkrieg lebte sie in Deutschland, Jersualem und schließlich der Schweiz. Als Kennerin stürmischer Zeiten schreibt Mascha Kaléko in ihrem Gedicht „Rezept“ für ein Leben trotz Angst und Ungewissheit.

 

Zum "Rezept" (externer Link)

 

Ein Rezept der besonderen Art – der besonnenen Art. In vielen Imperativen wird uns Menschen klar gemacht, wie wichtig das Weitermachen und das Wieder-Aufstehen, das Routine-Einhalten und das Alles-Annehmen ist.

 

Das Gedicht beginnt und endet mit den Ängsten und der Angst vor den Ängsten. Wie ist damit umzugehen? Kaléko gibt den einfachen Tipp: „Jage sie fort“. Da steckt viel Aktivität drin. „Jagen“ ist eine sehr zielgerichtete Tätigkeit. Die Ängste lassen sich nicht mit einem einfachen „Scheuchen“ vertreiben. Interessanterweise ist diese Jagd kein bisschen martialisch, wie man vielleicht erwartet könnte angesichts der Umstände, unter denen die Dichterin lebte, sondern diese Jagd besteht vor allem in praktischen Gedanken und alltäglichen Tätigkeiten.

 

Recht passend scheint zur Zeit „Feg deine Stube wohl“ aus der fünften Strophe:

Tu also das Normale, halte dich äußerlich rein. Klingt nach banalem „räum dein Zimmer auf“- Auftrag, aber es ist damit noch mehr gemeint. Aktuell hört man oft als Bewältigungsstrategie den Ausspruch: „Fake it, until you make it“ – also sinnbildlich: Wenn du nur oft genug so tust, als wärest du mutig, hättest alles im Griff und kämest mit allem zurecht, dann bist du auch irgendwann mutig und hast tatsächlich alles im Griff.

 

„Zerreiß deine Pläne“ (6. Strophe): Konzerttickets, Urlaubspläne, Schulaufgabenpläne, Abitur… unsere Terminpläne sind auf einmal zerrissen. Ist die Welt jetzt planlos? Kann man in einer Planlosigkeit zuhause sein? Wie gut, dass „unseren Plänen“ noch ein „großer Plan“ gegenüber gestellt ist. Das ist unheimlich tröstend, da dieser Plan offensichtlich nicht zerreißbar erscheint, so wie unsere fragilen Pläne und Theorien. Das heißt nämlich: Selbst wenn alles um uns zusammenfällt, gibt es etwas, das stabil ist, das erhalten bleibt und

worauf wir uns verlassen können. Und in diesem großen Plan ist sogar Platz für Wunder. Wir sollen einfach darauf vertrauen, dass sie eintreten. Mit diesem Hinweis auf die systemrelevanten Wunder lässt sich Kalékos gesamtes Rezept zusammenfassen auf den kurzen Satz: Halte erhobenen Kopfes durch, es kommen bessere Zeiten!

 

In diesem Sinne: „Jage die Ängste fort und die Angst vor den Ängsten“ bzw. „Sei klug und halte dich an Wunder“

 

„Fürchte dich nicht!“

Grafik und Text von Fiona Trompeter (Q12)

 

Fiona ist in meinem Religionskurs, in zweieinhalb Wochen beginnt für sie und ihre Mitschüler*innen aus der Q12 das Abitur unter Bedingungen, die sich noch vor zwei Monaten niemand vorstellen konnte.

 

Da ist es durchaus gut, dass der Lehrplan im Fach Religion als letztes Thema die Frage „Was darf ich hoffen?“ aufführt.

 

Fiona machte sich zu einem Text des katholischen Theologen Eugen Drewermann Gedanken in Wort und Bild. Drewermann beschreibt in seinem Text (vgl. „Kompetent evangelisch 12“, S.100) die Bedeutung und auch Wahrheit von Bildern als Ausdruck der Sehnsucht nach Gott, nach Geborgenheit und Liebe. Er schreibt solchen Bildern eine "innere Evidenz" zu, eine Offensichtlichkeit und vollständige Gewissheit darüber, dass Gott da ist, und vergleicht diese Evidenz mit der Sonne, die (von außen!) durch ein Kirchenfenster scheint und den dunklen Raum mit bunten Farben erhellt: "Niemand vermöchte eines der Glasbilder wahrzunehmen, schiene nicht wirklich 'draußen' die Sonne."

 

Fionas Zeichnung und ihr Gedicht zu Eugen Drewermanns Gedanken machen Mut und stimmen zuversichtlich, - gerade auch angesichts des bevorstehenden Abiturs in diesen besonderen Zeiten.

 

Doris Honig

 

Hier nun Fionas Gedanken in Bild und Wort:

Ich sitze in einem dunklen Raum
in einer Zeit der Hoffnungslosigkeit und der Angst. Ich sitze in tristem Grau und kaltem Schwarz
und doch ersticken meine Sorgen mich nicht.
Denn ich weiß,
dass ich hoffen darf,
dass es einen gibt, der mir sagt: "Fu?rchte dich nicht!“ Es gibt den einen, der meine Dunkelheit erhellt.

Der, der spricht: "Ich bin das Licht der Welt“, scheint durch mein Fenster
und seine Farben sind meine Hoffnung.
Ich halte mich an ihm fest

und schaue auf das Licht in der Nacht,
denn er nahm selbst dem Tod seinen Schrecken. So darf ich hoffen.

Fiona Trompeter, Q12

 

 

 

gelassen

 

 

mich einlassen dürfen

mit dir

 

mich auslassen dürfen

zu dir

 

mich belassen dürfen

in dir

 

mich verlassen dürfen

auf dich

 

mein gott

 

der du

 

nicht von mir lässt

 

 

doris honig